Kräutersalz selber herstellen

Kräutersalz selber herstellen
Kleinere Mengen Kräutersalz können leicht im Mörser hergestellt werden

Speisesalz spielt in unserer Ernährung eine wichtige Rolle und gehört schon seit dem Altertum zu den begehrten Speisezusätzen. Wir verwenden es zum Würzen in der Alltagsküche wie auch in der haute cuisine, aber auch zum Haltbarmachen von Lebensmitteln.

 

Dass es einen eigenen Geschmacksinn „salzig“ gibt, weist darauf hin, wie wichtig die Salzaufnahme für den Organismus ist. Als vital notwendiger Natrium- und Chlorid-Lieferant ermöglicht Salz lebensnotwendige Körperfunktionen, wie die Regulierung des Wasserhaushalts und der Muskel- und Nerventätigkeit.

Mit Gewürz- und / oder Wildkräutern lässt sich aus Salz ein schmackhaftes Kräutersalz mischen.

 

Die Herstellung von Kräutersalz ist wirklich einfach, auch wenn es sowohl bei der Verwendung der Kräuter als auch beim Mischverhältnis unterschiedlichste Ansätze gibt. Es können frische oder getrocknete Kräuter verwendet werden. Und das Mischverhältnis variiert von 2 Teile Kräuter auf 1 Teil Salz bis 9 Teile Salz auf 1 Teil Kräuter.

 

Da heißt die Devise einfach: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren und Ihren eigenen Stil finden.

 

Grundsätzliches zum Salz

 

Haltbarkeit von Salz

Salz ist eine anorganische Verbindung. Das heißt, es besitzt keine Inhaltstoffe, die durch Bakterien oder Schimmel zersetzt werden könnten. Deshalb können wir auch heute noch ohne Bedenken Steinsalz zu uns nehmen, das seit mehr als 220 Millionen Jahre unter der Erde lagert. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber in §7 Absatz 6 der Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln bestimmt, dass die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums bei Speisesalz nicht erforderlich ist; ausgenommen davon ist jodiertes Speisesalz.

 

Aufbewahrung von Salz

Unter optimalen Lagerbedingungen ist Salz, wie oben beschrieben, unbegrenzt haltbar. Lagern Sie es immer trocken, da es verklumpt, wenn es mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.

 

Und bewahren Sie es niemals in Salzstreuern aus Silber auf, denn das im Salz enthaltene Chlor reagiert mit dem Silber und verursacht Grünfärbungen.

 

Verschiedene Salzarten

Die in der Küche, für die menschliche Ernährung verwendeten Salze bezeichnet man als Speisesalz, Kochsalz oder Tafelsalz.

 

Steinsalz

Steinsalz entstand vor Jahrmillionen durch Sedimentation oder durch Verdunstung von Meerwasser. Es ist damit im Prinzip nichts anderes als ein Meersalz, kristallisierte nur eben vor sehr langer Zeit aus. Deshalb hat es auch den Beinamen „Ursalz“ erhalten. Im Handel ist Steinsalz oft als Gourmetsalz erhältlich.

 

Meersalz

Meersalz wird in Salzgärten aus Meerwasser gewonnen. Es schmeckt milder als Steinsalz und hat unterschiedliche Geschmacksnuancen, je nach der Region, in der es gewonnen wird. Daher ist es – im Gegensatz zum Steinsalz – nicht egal, woher das Meersalz stammt, das Sie im Handel kaufen.

 

Steinsalz macht ungefähr 70% der weltweiten Salzproduktion aus, bei den restlichen 30% handelt es sich um Meersalz.

 

Welches Salz wird für die Herstellung von Kräutersalz verwendet?

Für die Herstellung von Kräutersalz können Sie grundsätzlich alle gängigen Salzsorten verwenden, grobes Meersalz eignet sich jedoch am besten. Das liegt daran, dass die Kräuter mit dem Salz in der Küchenmaschine (alternativ in einer Kaffeemaschine) oder im Mörser verrieben werden, wodurch normalkristallines Speisesalz zu pulverig wird.

 

Welche Kräuter eignen sich für ein Kräutersalz?

Welche Kräuter Sie in Ihr Salz mischen, hängt ganz von Ihrem persönlichen Geschmack bzw. von dem Gericht ab, das Sie gerne kochen möchten. Die gängigsten Salzkräuter sind: Thymian, Salbei, Petersilie, Liebstöckel (Maggikraut), Wacholderbeeren, Knoblauch, Oregano, Rosmarin, Bohnenkraut, Kerbel, Dill, Estragon, Lorbeer, Majoran, Sellerie und Schnittlauch.

 

Was Sie für die Herstellung benötigen?

Geräte: Die Herstellung von Kräutersalz ist simpel. Für kleinere Mengen reicht ein Mörser aus, für größere verwenden Sie eine Haushaltsmaschine oder eine (saubere) Kaffeemühle – wenn Sie noch eine solche zu Hause haben. Darüber hinaus brauchen Sie nur noch ein Gefäß zum Vermischen und einen Löffel. Zur Aufbewahrung eignen sich Salzstreuer oder Gläser mit Schraubverschluss.

 

Getrocknete Kräuter: Wie bereits erwähnt, können Sie sowohl getrocknete als auch frische Kräuter verwenden. Möchten Sie frische Kräuter selbst trocknen, hängen Sie diese in einem dunklen, gut durchlüfteten Raum bei niedriger Luftfeuchtigkeit auf, also vielleicht in einem Dachboden oder Keller. Es gibt auch die Möglichkeit, die Kräuter zum Trocknen aufzulegen; verwenden Sie hierzu aber keine Obstschachteln, denn diese können Schadstoffe enthalten.

 

Müssen Kräuter rasch getrocknet werden, tun Sie dies, indem Sie sie auf ein Backblech legen und dieses bei etwa 40-50°C ins Backrohr schieben. Kräuter sind erst dann richtig trocken, wenn sie keinerlei Restfeuchte mehr enthalten, sich also gut bröseln lassen.

 

Kräuter sollten niemals in der Sonne getrocknet werden, weil dadurch die Aromen verloren gehen.

 

Kräutersalz herstellen

Zur Herstellung ist nicht viel zu sagen: Die Kräuter mit dem Salz in der Küchenmaschine (alternativ in einer Kaffeemaschine) oder im Mörser gut verreiben.

 

Wer frische Kräuter verwendet, muss das Kräutersalz nach dem Mischen einige Tage auf einem Teller oder Backblech trocknen lassen.

 

Aufbewahren

Das frisch hergestellte Kräutersalz sollte im Anschluss in einen luftdichten Behälter bzw. Salzstreuer umgefüllt werden und an einem trockenen und vor Sonne geschützten Ort gelagert werden.

 

Unsere Rezepte

Alle hier angeführten Kräutersalze wurden mit getrockneten Kräutern zubereitet.

 

Rezept 1:

50 g Meersalz

3 g Bohnenkraut

3 g Rosmarin

3 g Thymian

3 g Salbei

 

Rezept 2:

50 g Meersalz

12g Schafgarbe

 

Rezept 3 aus unserem Rezeptheft: Vielseitiges aus der Kräuterküche

80 g Salz

4 g Majoran

3 g Liebstöckl

6 g Schnittlauch

3 g Basilikum

2 g Petersilie

1 g Kerbel

1 g Thymian

 

Ein Tipp am Schluss

Mischen Sie ein paar Blüten oder gröber gehackte Kräuterstücke unter, dann schmeckt das Salz nicht nur gut, sondern sieht auch schön aus. Geben Sie es danach in ein kleines Gläschen mit Schraubverschluss, kleben Sie ein schönes Etikett darauf – und schon ist ein wertvolles selbstgemachtes Geschenk für eine liebe Freundin oder für Verwandte fertig.

 

Haben Sie noch Fragen oder möchten Sie eigene Kräutersalz-Kreationen mit uns teilen? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar zu diesem Artikel, wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

 

Ihre Kärntner Seminarbäuerinnen

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen Sommer

Das Seminar- und Vortragsjahr der Kärntner Seminarbäuerinnen geht nun zu Ende. Wir freuen uns aber jetzt schon, Ihnen im September unser erweitertes Kursprogramm sowie die neuen Seminarbäuerinnen vorstellen zu können.

Bis dahin wünschen wir Ihnen eine erholsame Sommerzeit.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    Maria Resl (Dienstag, 16 Juni 2015 07:45)

    Gratuliere zu der Darstellung von Kräutersalz. Sehr gut und verständlich aufbereitet. Euch alles Gute

  • #2

    Susanne Gräfenecker-Barth (Samstag, 15 August 2015 16:44)

    Danke für die Darstellung der Kräutersalzherstellung. Allerdings würde ich doch gerne wissen, wie das Zerreiben mit einer Küchenmaschine gehen sollen. Um welche Art von Küchenmaschine handelt es sich hier oder um welchen Aufsatz.
    Danke für die Beantwortung im Voraus.

  • #3

    Edith (Dienstag, 01 September 2015 10:41)

    Es ist mir ein Anliegen in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen daß es auch österreichisches Salz grob zu kaufen gibt. Der Unsinn mit Meersalz oder "besonders gesundes" Himalayasalz in diversen Bioläden ärgert mich jedesmal - was an 99% igem Natriumclorid aus Pakistan das unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut wurde und 1000e Kilometer im Flugzeug transportiert wird soll bitte gesünder sein? Besonders wenn man die Menge bedenkt welche wir verwenden. Also mein Appell an die regionalen Erzeuger - Salz aus Österreich verwenden!

  • #4

    Anny Drexel (Freitag, 19 Februar 2016 18:07)

    ich bedanke mich sehr herzlich für die guten Kräutersalzrezepte, ich werde gleich eines ausprobieren, da ich das ganze Jahr alle möglichen Heil- und Küchenkräuter selbst sammle und trockne. Sogar Schafgarbe kann man verwenden! Schafgarbe ist ein so wertvolles Heilkraut. Danke und weiterhin alles Gute aus Vorarlberg! "Ma lernt nia uus!"

  • #5

    Rosi (Donnerstag, 21 Juli 2016 22:03)

    Liebe Seminarbäuereinnen,
    ich freue mich, dass ich auf Eure interessante Seite gestossen bin.
    Danke für die vielen Informationen und tollen Tipps.
    Ich möchte noch fragen, ob man für die Herstellung von Kräutersalz immer mehrere Kräuter mischt oder ab man Kräutersalz mit je einem Kraut herstellen sollte und dafür mehrere verschiedene. Ausserdem interessiert mich, ob man Kräutersalz, welches man mit frischen Kräutern herstellt, immer hinterher trocknen muss. Was passiert, wenn man es nicht trocknet?
    Ich freue mich auf Eure Antwort und bedanke mich herzlich.



  • #6

    Rosmarie Sievers (Samstag, 12 November 2016 15:40)

    Liebe Frauen,
    ich finde eure Beschreibung von Salz auch sehr klar und hilfreich. Was mich gerade interessiert, ist, wie genau Kräutersalz deklariert sein muss (EU-weit), damit man es wirklich (gewerblich) verkaufen darf.
    Falls Sie mir da weiterhelfen können freue ich mich sehr. Herzliche Grüße

  • #7

    Esther (Dienstag, 13 Juni 2017 13:52)

    Liebe Seminarbäuerinnen eure Seite gefällt mir sehr gut. ich werde eure Salzrezepte ausprobieren. Herzliche Grüße

  • #8

    Esther (Dienstag, 13 Juni 2017 13:55)

    Übrigens man Kräuter ruckzuck in der Mikrowelle trocknen, das dauert nur zwischen 1-4 Minuten kommt auf die Leistung der Mikrowelle an

Angebotsbroschüre 2017/2018 für Sie als download.
Alle aktuellen Kurstermine in allen Bezirken entnehmen sie bitte dieser Broschüre.
Angebotsbroschüre 2017.18.pdf
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